Die ursprüngliche Idee stammt aus Kanada, wo seit Beginn der 1990er Jahre das „Brant Wildlife Festival“ stattfindet. Dabei wird die Ankunft der „Brant“, einer Ringelgansart, die der unseren ähnelt, vor Vancouver Island gefeiert. Die Idee erreichte auch die Nordseeküste und nach ersten Gesprächen wurden 1999 die ersten Ringelganstage ausgetragen. Während sie in den ersten Jahren auf unterschiedlichen Halligen stattfanden, sind sie seit 2001 dauerhaft auf Hallig Hooge angesiedelt. Ausrichter sind die „Biosphäre Die Halligen“, die Nationalparkverwaltung sowie unterschiedliche Naturschutzverbände wie NABU, WWF oder die Schutzstation Wattenmeer.
Hinter der Idee steckt, die Ringelgänse als naturkundliche und touristische Attraktion zu bewerben und gleichzeitig die Halligen insgesamt als Naturphänomene in den Blick zu nehmen. Die Veranstaltungsreihe soll die Bekanntheit der Ringelgänse steigern, gleichzeitig die Saison verlängern und die die beiden Schutzgebiete Biosphäre Die Halligen und den Nationalpark Wattenmeer in den Fokus rücken.
Die Population der Ringelgänse war Mitte des 20. Jahrhunderts stark zurückgegangen. Zum einen lag es daran, dass Seegrasbestände, die die Hauptmahlzeit der Gänse darstellen durch einen Pilzbefall verschwanden, andererseits wurde die Ringelgans intensiv bejagt. Ebenfalls hinzu kam die Störung ihrer Rastgebiete durch den Menschen. Nur noch knapp 20 000 Tiere der dunkelbäuchigen Ringelgans wurden 1955 gezählt, wobei die zwei weiteren Arten, die schwarzbäuchige und hellbäuchige Ringelgans mit noch viel weniger Tieren vertreten war.
Dass sich der Bestand bereits Ende des 20. Jahrhunderts wieder auf 250 000 Tiere gesteigert hat, liegt an der Anpassungsfähigkeit der Gänse, die sich auf Salzhaffpflanzen umstellten und damit wiedermehr Nahrung zur Verfügung hatten. Und zum anderen daran, dass Rastplätze geschützt wurden und die Bejagung verboten wurde.
Bis zu 50 000 Ringelgänse kommen jedes Jahr auf die Halligen, um vor ihrem Weiterflug die Energiereserven aufzufüllen. Einige bleiben auch über den Winter, die meisten ziehen aber weiter an die milderen Küsten nach Großbritannien und Frankreich. Um dann im Mai zurück in ihre Brutgebiete zu gelangen, die gut 5000 Kilometer entfernt an der Eismeerküste liegen, machen sie am Wattenmeer Stopp. Hier rasten sie im April/Mai und verlassen die Region erst wieder, wenn sie mindestens 1,6 Kilogramm wiegen. Ringelgänse sind nur um die 60 Zentimeter hoch und gut erkennbar an ihrem weißen Halsring und dem sonst überwiegend schwarzen Körper. Ein weitere Rastplatz befindet sich in Nordrussland am Weißen Meer, den sie in knapp 26 Stunden bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 90km/h erreichen.
Die Ringelganstage dauern eine Woche und es finden um die 80 Veranstaltungen statt. Unter andere, zahlreiche Vorträge, Vogelkieks (Vogelbeobachtungen), Wanderungen, Radtouren oder Schiffsausflüge. Auch Pauschalreisen sind möglich.
Viele Infos rund um die einzigartige Veranstaltungsreihe finden sich auch unter www.ringelganstage.de
Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.

