Die Idee der SlowUp

Auf Instagram habe ich im letzten Jahr schon über meine Teilnahme an diversen SlowUps geschrieben. Das kam gut an, sodass ich mir überlegt habe, einen etwas längeren Bericht darüber zu machen. Vielleicht hat ja jemand Lust, bei einer Durchreise, einem Besuch oder einem Kurztrip in die Schweiz daran teilzunehmen. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Seit über 25 Jahren gibt es die SlowUp-Idee, die im Vorfeld der Expo 2000 zum ersten Mal umgesetzt wurde. Dabei ist es eigentlich ganz simpel: Straßen werden für einen Tag für den motorisierten Verkehr gesperrt – und das sind meistens keine kleinen Straßen, sondern breite und verkehrsreiche Wege, die für einen Tag den Besucherinnen und Besuchern zur Verfügung stehen. Gemurre oder Gemecker gibt es nicht, denn es ist für alle einfach ein wunderbares Event!

Seit Beginn sind mittlerweile rund 20 Events entstanden, die im Jahres- oder Zweijahresrhythmus stattfinden – immer an einem Sonntag zwischen April und September. Dann haben Menschen mit dem Rad, auf Inlinern, joggend oder einfach spazierend die Straßen für sich.

Die Strecken liegen immer in schönster Natur, führen um Seen oder durch Kleinstädte. Es geht größtenteils auf asphaltierten Wegen entlang, sodass auch Rennradfahrerinnen und Rennradfahrer bestens teilnehmen können. Man muss sich keine Gedanken über die Strecke machen, sondern kann seinen Blick immer wieder schweifen lassen und die Landschaft genießen. Wenn das Wetter gut ist und die Strecke nicht zu lang, wird es meist am späten Vormittag voll, und man muss beim Fahren etwas aufpassen. Es ist eben ein Event für alle und nicht nur für sportliche Besucherinnen und Besucher.

Es gibt einen Startort, der aber eigentlich keiner ist, denn so etwas wie einen Massenstart oder Ähnliches gibt es nicht. Man kann auf der Strecke einsteigen, wo und wann man möchte. Meistens ist sie zwischen 10 und 17 Uhr abgesperrt. Mittlerweile gibt es wie gesagt rund 20 Austragungsorte bzw. Regionen. Jede Strecke ist anders. Insgesamt nehmen pro Saison etwa 500.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer teil. Gefahren wird immer in eine Richtung, ansonsten würde es ein reines Chaos geben 😉

Die Startorte befinden sich immer in der Nähe oder direkt am Bahnhof, sodass die Anreise von überall gut mit dem Zug erfolgen kann. Das Beste ist, dass mit Rent-a-Bike ein starker Partner an der Seite der SlowUps steht und an jedem Startort – und manchmal auch an weiteren Orten entlang der Strecke – ein E-Bike gemietet werden kann. Das funktioniert ganz einfach im Vorfeld per Online-Buchung. Häufig gibt es dafür auch spezielle Angebote. Daneben kann man über die Famigros Räder leihen, auch Trekkingbikes, Anhänger und sogar Helme (üblich in der Schweiz!).

Unterwegs findet man ein buntes Rahmenprogramm. Anwohnerinnen und Anwohner lassen sich häufig etwas Tolles einfallen. Da wird eine Garageneinfahrt zum Hofcafé, oder man bekommt per Gartenschlauch an heißen Tagen eine Abkühlung. Entlang der Strecke warten zahlreiche Einkehrmöglichkeiten: Eis, Kuchen, Bratwurst oder andere Spezialitäten.

Die Teilnahme am SlowUp ist immer kostenlos. Unterwegs hat man die Möglichkeit, mit einer Spende seiner Wahl die Idee des SlowUps zu unterstützen. Zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind an einem SlowUp-Sonntag im Einsatz, sperren Straßen ab und helfen gerne und freundlich weiter. Das geht sogar so weit, dass es an kritischen Punkten Umleitungen für Menschen mit Beeinträchtigungen gibt und an stärkeren Steigungen oder Abfahrten sogenannte Shuttles für Inlineskaterinnen und Inlineskater eingesetzt werden, bei denen man z. B. mit dem E-Bike den Berg hinaufgezogen wird.

Da der SlowUp größtenteils über Sponsoren finanziert wird, findet man diese auch entlang der Strecke. Dort werden dann Süßigkeiten oder gekühlte Getränke verteilt, manchmal gibt es sogar Wasserduschen. Es ist jedoch nie aufdringlich.

Der Begriff „SlowUp“ ist markenrechtlich geschützt. Damit wird sichergestellt, dass die Qualitätskriterien eingehalten werden und alle gleichermaßen davon profitieren. Mittlerweile geht SlowUp über die Grenzen hinaus, denn einige Strecken führen auch über deutsches, französisches oder liechtensteinisches Gebiet. Vor allem die Veranstaltung im Dreiländereck Basel ist mit sechs Grenzquerungen ein echtes Highlight – auch, weil sie mit 70 Kilometern Länge die längste ist. Einen Berg-SlowUp gibt es ebenfalls: Beim Mountain Albula geht es auf den gleichnamigen, 2.312 Meter hohen Pass.

Die Saison 2026 startet am 19. April im Tessin, kurz danach geht es um den Murtensee. Alle Informationen finden sich auf der Homepage unter www.slowup.ch. Dort findet man neben den Terminen auch Tipps zur Anreise, Informationen zum Rahmenprogramm und eine Streckenübersicht.

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